Keine Reaktion auf Abmahnung? Eine schlechte Idee!

Immer wieder liest man Werkarten wie Musik, MP3 oder Software, die durch Kanzleien im großen Stil abgemahnt werden. Interessanterweise fallen immer dieselben Kanzleien durch wahre Brieffluten an mögliche Urheberrechtsverletzer auf. Wie funktioniert diese Maschinerie? Das Vorgehen ist immer gleich: Wer illegal Dateien übermittelt oder verteilt – sei auf Tauschbörsen oder in Netzwerken – hinterlässt seine IP-Adresse. Bestimmte Softwarearten und Firmen, die sich auf das Aufstöbern solcher urheberrechtlich geschützten Dateien spezialisiert haben, stöbern nicht nur diese auf, sondern auch gleich die Inhaber der Urheberrechte, genauer gesagt, der Nutzungsrechte, Verbreitungsrechte und der Vervielfältigungsrechte. Daraufhin wird der Inhaber der IP-Adresse ermittelt und dieser meist auch gleich abgemahnt. Dies übernehmen Kanzleien, die sich auf solche Fälle und Methoden spezialisiert haben. Die Forderungen ähneln sich eigentlich immer und beinhalten zum Beispiel die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung, eine Schadensersatzforderung sowie eine Beseitigung der Störung. Abmahnung Nümann ist ein in diesen Fällen oft fallender Name, von denen sogenannter Störer Post erhalten. Angeblich werden monatlich hunderte solcher Abmahnung durch die Kanzlei versendet und es stellt sich immer wieder die Frage nach der Abwehr von Abmahnungen und dem richtigen Verhalten von Beschuldigten.

Um es gleich zu sagen: Jede Verteidigung und jede Reaktion muss individuell geklärt werden und hängt vom jeweiligen Sachverhalt ab. Infrage kommende Reaktionen kann zum Beispiel eine Zurückweisung der erfolgten Abmahnung sein, die Verweigerung, die gewünschte Unterlassungserklärung abzugeben oder auch die Weigerung der geforderten Zahlung sowie der Folge- und Nebenkosten. Auf eine Abmahnung nicht zu reagieren oder diese zu ignorieren und abzuwarten, ist ebenfalls keine gute Idee – dann besteht möglicherweise die Gefahr einen einstweiligen Verfügung, die weitere, oftmals sehr hohe Kosten mit sich bringt. Auch eine sofortige Zahlung der geforderten Beträge oder die Unterlassungserklärung aus der Angst heraus zu unterschreiben, kann sich als Fehler erweisen. Das richtige Vorgehen ist immer die Konsultation eines Anwalts, der auf Medienrecht spezialisiert ist und sich mit Abmahnungen auskennt.