Musikdateien sind selten kostenlos – Abmahnungen

Dass das Internet nicht nur eine äußerst praktische Informationsquelle sein kann, sondern durchaus seine Tücken hat, müssen in letzter Zeit immer mehr Nutzer des World Wide Web am eigenen Leib erfahren. Denn wer allzu vertrauensvoll ist und sich von Wörtern wie „kostenlos“ und „gratis“ zu schnell verführen lässt, bekommt früher oder später mit großer Wahrscheinlichkeit eine Abmahnung.

Denn längst nicht alles, was als kostenlos angepriesen wird, ist auf legalem Weg ins Netz gelangt. Hier sollte man sich besser einmal vor Augen führen, dass Musik-CDs beispielsweise im Geschäft auch Geld kosten – weshalb also sollten sie im Internet für Jedermann zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen? Die meisten sogenannten Filesharing Börsen sind rechtswidrig. Das Problem ist, dass dies viele Internetnutzer schlicht und einfach nicht wissen. Vor allem Jugendliche beschäftigen sich nur sehr selten eingehender mit dem geltenden IT-Recht, sind aber umso mehr interessiert daran, stets die aktuelle Musik zu besitzen. Eine gefährliche Mischung, wie viele von ihnen leider erst zu spät feststellen. Dabei wären solche Situationen von vorneherein vermeidbar, würden den Internetnutzern die nötigen Informationen leichter zugänglich gemacht.

Hat man aber erst einmal eine Abmahnung bekommen, kann man sich nur noch im Nachhinein über seine eigene Unwissenheit ärgern – an der man nicht einmal vollständig selbst schuld ist. Nicht umsonst trägt das deutsche Abmahnwesen auch den Namen „Dog Law“. Denn wie einem Hund wird falsches Verhalten dem Abgemahnten erst im Nachhinein durch Androhung von Strafe mitgeteilt. Das lässt vermuten, dass man ihm nicht zutraut, sich von vorneherein an die Rechtsvorschriften zu halten, selbst wenn er sie kennen würde. Dass so nicht mit mündigen Bürgern umgegangen werden sollte, versteht sich von selbst. Geändert hat sich daran leider dennoch wenig bisher. Somit bleibt den Betroffenen nichts anderes übrig, als sich in solchen Fällen selbst einen Anwalt zu nehmen – am besten einen, der sich auf Medienrecht spezialisiert hat. Allein hat man nämlich kaum eine Chance, sich gegen die oft unverhältnismäßig hohen Schadensersatzforderungen oder die sehr nachteilig formulierten Unterlassungserklärungen zu wehren.

Keine Reaktion auf Abmahnung? Eine schlechte Idee!

Immer wieder liest man Werkarten wie Musik, MP3 oder Software, die durch Kanzleien im großen Stil abgemahnt werden. Interessanterweise fallen immer dieselben Kanzleien durch wahre Brieffluten an mögliche Urheberrechtsverletzer auf. Wie funktioniert diese Maschinerie? Das Vorgehen ist immer gleich: Wer illegal Dateien übermittelt oder verteilt – sei auf Tauschbörsen oder in Netzwerken – hinterlässt seine IP-Adresse. Bestimmte Softwarearten und Firmen, die sich auf das Aufstöbern solcher urheberrechtlich geschützten Dateien spezialisiert haben, stöbern nicht nur diese auf, sondern auch gleich die Inhaber der Urheberrechte, genauer gesagt, der Nutzungsrechte, Verbreitungsrechte und der Vervielfältigungsrechte. Daraufhin wird der Inhaber der IP-Adresse ermittelt und dieser meist auch gleich abgemahnt. Dies übernehmen Kanzleien, die sich auf solche Fälle und Methoden spezialisiert haben. Die Forderungen ähneln sich eigentlich immer und beinhalten zum Beispiel die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung, eine Schadensersatzforderung sowie eine Beseitigung der Störung. Abmahnung Nümann ist ein in diesen Fällen oft fallender Name, von denen sogenannter Störer Post erhalten. Angeblich werden monatlich hunderte solcher Abmahnung durch die Kanzlei versendet und es stellt sich immer wieder die Frage nach der Abwehr von Abmahnungen und dem richtigen Verhalten von Beschuldigten.

Um es gleich zu sagen: Jede Verteidigung und jede Reaktion muss individuell geklärt werden und hängt vom jeweiligen Sachverhalt ab. Infrage kommende Reaktionen kann zum Beispiel eine Zurückweisung der erfolgten Abmahnung sein, die Verweigerung, die gewünschte Unterlassungserklärung abzugeben oder auch die Weigerung der geforderten Zahlung sowie der Folge- und Nebenkosten. Auf eine Abmahnung nicht zu reagieren oder diese zu ignorieren und abzuwarten, ist ebenfalls keine gute Idee – dann besteht möglicherweise die Gefahr einen einstweiligen Verfügung, die weitere, oftmals sehr hohe Kosten mit sich bringt. Auch eine sofortige Zahlung der geforderten Beträge oder die Unterlassungserklärung aus der Angst heraus zu unterschreiben, kann sich als Fehler erweisen. Das richtige Vorgehen ist immer die Konsultation eines Anwalts, der auf Medienrecht spezialisiert ist und sich mit Abmahnungen auskennt.